Unwetterbescheinigung: was dahintersteckt und welche Wege es heute gibt
Redaktion WetterNachweis · Stand: 3. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
Ein amtliches Standarddokument namens "Unwetterbescheinigung" gibt es nicht. Was Versicherer brauchen, ist ein nachvollziehbarer Beleg der Wetterlage aus verlässlicher Quelle - die amtlichen DWD-Messwerte. Drei Wege: kostenlos selbst recherchieren (oder den Gratis-Bericht für bis zu 7 Tage zur ersten Orientierung nutzen - als PDF mit Wasserzeichen, nicht zur Vorlage bestimmt), als dokumentierter PDF-Wetternachweis (ab 19 €), oder ein individuelles meteorologisches Gutachten (mehrere Hundert Euro, mehrere Werktage).
Was mit "Unwetterbescheinigung" gemeint ist
Nach einem Sturm-, Hagel- oder Starkregenschaden fragen viele Betroffene nach einer "Unwetterbescheinigung": einem Dokument, das bestätigt, dass am Schadentag an ihrem Ort tatsächlich ein Unwetter herrschte. Der Begriff ist umgangssprachlich - einen festen Rechtsbegriff oder ein einheitliches amtliches Standarddokument dieses Namens gibt es nicht. Entscheidend ist in der Praxis nicht der Name des Dokuments, sondern dass die Wetterlage nachvollziehbar und aus verlässlicher Quelle belegt ist; maßgeblich sind die Anforderungen Ihres Versicherers.
Gibt es eine amtliche Unwetterbescheinigung?
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) stellt seine Messdaten für den Schadensfall frei über sein Climate Data Center bereit; individuelle schriftliche Auskünfte und Gutachten sind kostenpflichtige Einzelleistungen, die nach Aufwand gemäß der jeweils aktuellen DWD-Preisliste abgerechnet werden. Ein Selbstbedienungs-Dokument namens "Unwetterbescheinigung" führt der DWD dabei nicht. Was Sie also brauchen, ist ein Weg, die amtlichen Messwerte für Ihren Ort und Ihren Schadentag in eine belegbare Form zu bringen.
Drei Wege, ein Unwetter zu belegen
- Selbst recherchieren (kostenlos). Die DWD-Messdaten sind als Open Data frei zugänglich; einzelne Tage können Sie auch in unserem kostenlosen Wetterrückblick nachschlagen. Sie erhalten so die Werte, aber kein aufbereitetes Dokument - die Zusammenstellung und Quellenangabe bleiben Ihnen überlassen. Zur ersten Orientierung gibt es zusätzlich den Gratis-Bericht für einen Zeitraum von bis zu 7 Tagen: kostenlos und ohne Konto, als fertiges PDF mit Quellenangaben - allerdings mit einem Wasserzeichen ("GRATIS-VERSION - nicht zur Verwendung als Nachweis") und ohne Vergleichsstation. Er eignet sich zum Prüfen der Datenlage vor dem Kauf, nicht als Beleg zur Vorlage.
- Datendokumentation als PDF (Fixpreis). Der Wetternachweis dokumentiert für Ihren Standort und Zeitraum die amtlichen DWD-Messwerte der nächstgelegenen Station (Name und Entfernung werden ausgewiesen) Tag für Tag: Niederschlag, Windböen in m/s und km/h, Temperatur und Schnee - jeweils sofern die Station die Größe misst -, dazu die Schlechtwettertage-Einstufung (amtlich oder als eigene, gekennzeichnete Berechnung), den Vergleich mit dem langjährigen Mittel 1991-2020 bei Niederschlag, Frosttagen und Temperatur (sofern die Station das jeweilige Mittel führt), die Quellenangaben und eine Echtheitsprüfung per Bericht-Nummer. Einmalig 19 Euro (Basis) oder 49 Euro (Profi), nach der Zahlung meist in unter einer Minute (sehr umfangreiche Berichte und Radar-Archivtage brauchen einige Minuten). Für lokalen Starkregen lässt sich die Radar-Detailauswertung ergänzen (1-km-Radarschätzung für die Rasterzelle der Adresse, Zusatzoption +20 EUR).
- Meteorologisches Gutachten (gutachterliche Bewertung). Wird eine fachliche Bewertung durch Sachverständige verlangt, erstellen der DWD oder private Sachverständige ein individuelles Wettergutachten - nach Aufwand, in der Regel mehrere Hundert Euro und oft mehrere Werktage. Die Abgrenzung erklärt der Beitrag Wettergutachten oder Wetternachweis.
Was die Versicherung typischerweise sehen will
Für die Schadenmeldung zählt, dass sich das Ereignis objektiv nachvollziehen lässt: Datum und Ort, die gemessenen Werte (etwa die maximale Windböe in km/h oder die Niederschlagsmenge in mm) und die Quelle der Daten. Bei Sturmschäden fragen Versicherer regelmäßig nach Windstärke 8 - was Sie dazu vorlegen können und wie Böe und Windstärke zusammenhängen, zeigt der Beitrag Sturmschaden der Versicherung nachweisen; für Regenschäden der Beitrag Starkregen nachweisen. Einen Überblick über den Einsatz gegenüber Versicherern gibt die Seite Wetternachweis für die Versicherung.
Wichtig und ehrlich: Ein Wetternachweis dokumentiert die Wetterlage, nicht die Schadenursache. Er ist eine Datendokumentation, kein Sachverständigengutachten und keine amtliche Bestätigung; ob Ihr Vertrag greift, bewerten Versicherer und Sachverständige.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich eine Unwetterbescheinigung?
Ein einheitliches amtliches Dokument dieses Namens gibt es nicht. Belegen lässt sich ein Unwetter mit den amtlichen DWD-Messwerten: kostenlos in Eigenrecherche oder als dokumentierte PDF-Auswertung für Standort und Zeitraum.
Was kostet eine Unwetterbescheinigung?
Die Rohdaten des DWD sind kostenlos, erfordern aber eigene Zusammenstellung. Ein dokumentierter PDF-Wetternachweis kostet einmalig 19 Euro (Basis) oder 49 Euro (Profi). Ein individuelles meteorologisches Wettergutachten kostet in der Regel mehrere Hundert Euro; maßgeblich ist die Angabe des jeweiligen Anbieters.
Reicht der Versicherung ein Wetternachweis als Unwetter-Beleg?
Für viele Schadenmeldungen genügt eine nachvollziehbare Dokumentation der amtlichen Wetterdaten als Anlage zu Fotos und Schadenbeschreibung. Verlangt Ihr Versicherer ausdrücklich eine gutachterliche Bewertung, führt der Weg zu einem Sachverständigengutachten; maßgeblich sind die Anforderungen im Einzelfall.
Gilt das auch für Hagel?
Mit Einschränkungen: Die Hagelkorngröße an einer konkreten Adresse lässt sich aus den amtlichen Tages- und Stundenwerten nicht ableiten. Der Bericht belegt die gewittrige Begleitlage (Starkregen, Windböen) als Indiz - Details und Grenzen erklärt der Beitrag Hagelschaden nachweisen.
Kurz zusammengefasst
- "Unwetterbescheinigung" ist ein umgangssprachlicher Begriff; ein einheitliches amtliches Standarddokument dieses Namens existiert nicht.
- Entscheidend ist ein nachvollziehbarer Beleg der Wetterlage aus verlässlicher Quelle - die amtlichen DWD-Messwerte.
- Je nach Bedarf: kostenlos selbst recherchieren, als dokumentierten PDF-Nachweis erstellen oder eine gutachterliche Bewertung beauftragen.
Den dokumentierten Unwetter-Beleg für Ihren Schadentag stellen Sie hier in wenigen Minuten zusammen.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung im Einzelfall; maßgeblich sind Ihre Vertragsbedingungen.