Wettergutachten oder Wetternachweis? Unterschied & Kosten
Redaktion WetterNachweis · Stand: 11. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
Beide Wege stützen sich in der Regel maßgeblich auf dieselbe amtliche DWD-Datenbasis - der Unterschied liegt in Form, Tempo und Preis: Ein Wettergutachten ist eine unterschriebene fachliche Bewertung durch Sachverständige (nach Aufwand, je nach Umfang oft mehrere Hundert Euro, je nach Anbieter oft mehrere Werktage). Ein Wetternachweis ist eine Datendokumentation zum Festpreis (19 € / 49 €) - ohne gutachterliche Wertung. Für Schadenmeldungen und Behinderungsanzeigen genügt in vielen Fällen die Datenanlage; bei gefordertem Gutachten führt der Weg zum Sachverständigen.
Wettergutachten oder Wetternachweis? Unterschied, Kosten und wann was reicht
Wer nachträglich belegen will, wie das Wetter an einem bestimmten Tag und Ort war, stößt schnell auf zwei Wege: ein Wettergutachten von einem meteorologischen Sachverständigen oder einen Wetternachweis - eine strukturierte Dokumentation amtlicher DWD-Wetterdaten. Beide stützen sich in der Regel maßgeblich auf die amtliche Datenbasis des DWD; ein Gutachter kann zusätzliche Quellen heranziehen. Der Unterschied liegt in Form, Tempo und Preis.
Was ist ein Wettergutachten?
Bei einem Wettergutachten bewertet ein Meteorologe die Wetterlage eines Tages und ordnet sie fachlich ein - das Ergebnis ist ein unterschriebenes Sachverständigengutachten. Das ist vor allem bei hohem Streitwert oder in einem Gerichtsverfahren sinnvoll. Anbieter kalkulieren individuell - teils mit einer Grundgebühr je Tag oder Ereignis, teils nach Stundenaufwand; längere Zeiträume kosten entsprechend mehr.
Was ist ein Wetternachweis?
Der Wetternachweis ist eine automatische Datendokumentation auf Basis amtlicher DWD-Daten für Ihren Standort und Zeitraum: Tageswerte der nächstgelegenen Station (je nach Messprogramm Niederschlag, Temperatur, Windböe, Schnee), die Schlechtwettertage-Einstufung und - sofern die Station das jeweilige Mittel führt - die Abweichung vom langjährigen Mittel 1991-2020, als PDF. Er ist meist in unter einer Minute nach der Zahlung fertig (sehr umfangreiche Berichte und Radar-Archivtage brauchen einige Minuten) und kostet einmalig 19 € (Basis) oder 49 € (Profi). Er ist eine Tatsachendokumentation - kein Sachverständigengutachten und keine Rechtsberatung.
Der Unterschied auf einen Blick
| Wetternachweis (dieses Angebot) | Wettergutachten (Meteorologe) | |
|---|---|---|
| Form | Datendokumentation amtlicher DWD-Werte | Sachverständigengutachten mit fachlicher Wertung |
| Wertung durch Sachverständigen | nein | ja |
| Tempo | sofort nach der Zahlung, PDF meist in unter einer Minute (sehr umfangreiche Berichte/Radar-Archivtage: einige Minuten) | je nach Anbieter oft mehrere Werktage |
| Preis | einmalig 19 € / 49 € (inkl. MwSt.); optional +20 € Radar-Detailauswertung | in der Regel deutlich höher, je nach Umfang |
| Typischer Einsatz | Behinderungsanzeige, Schadenmeldung, Nachtrag, Verhandlung | hoher Streitwert, Gerichtsverfahren |
Wann reicht ein Wetternachweis - und wann brauchen Sie ein Gutachten?
Für Alltagsfälle - eine Behinderungsanzeige nach § 6 Abs. 1 VOB/B, die Anlage zu einer Schadenmeldung, einen Nachtrag oder eine außergerichtliche Verhandlung - genügt in vielen Fällen eine saubere, nachvollziehbare Datengrundlage. Genau das liefert der Wetternachweis: amtliche Werte, benannte Station mit Entfernung, transparente Methodik. Wird der Fall streitig und geht es um einen hohen Streitwert oder vor Gericht, kann zusätzlich ein von einem Meteorologen signiertes Wettergutachten sinnvoll sein. Der Wetternachweis ist dann die schnelle, günstige Datengrundlage davor - und eine solide Basis, falls es doch zum Gutachten kommt.
Wie Kanzleien, Sachverständige und die Schadenregulierung diese Datengrundlage einsetzen, fasst die Seite Wetternachweis für Kanzleien und Sachverständige zusammen.
Kosten im Vergleich
Ein Wetternachweis kostet einmalig 19 € oder 49 € inkl. MwSt., ohne Abo. Ein meteorologisches Wettergutachten wird individuell kalkuliert und ist in der Regel deutlich teurer, weil ein Sachverständiger die Lage bewertet und unterschreibt. Wer zunächst nur die Fakten braucht, fährt mit dem Wetternachweis schneller und günstiger; wer ein signiertes Gutachten benötigt, hat mit dem Nachweis bereits die Datengrundlage in der Hand.
Häufige Fragen
Ist der Wetternachweis ein Wettergutachten?
Nein. Er ist eine automatische Datendokumentation auf Basis amtlicher DWD-Daten, kein Sachverständigengutachten und keine Rechtsberatung. Er dokumentiert die Wetterlage; ob daraus ein Anspruch folgt, bewerten die Beteiligten und ihre Berater.
Kann ich den Wetternachweis als Datengrundlage für ein Gutachten nutzen?
Ja. Der bezahlte Bericht weist alle verwendeten Quellen (Datensatz, Version, Abrufdatum), die verwendete Station mit Entfernung und die Methodik aus, sodass ein Sachverständiger oder Anwalt darauf aufsetzen kann.
Ist der Wetternachweis günstiger als ein Wettergutachten?
In aller Regel ja: Er kostet einmalig 19 € (Basis) oder 49 € (Profi) inkl. MwSt., optional zuzüglich 20 € für die Radar-Detailauswertung. Ein signiertes Wettergutachten wird individuell kalkuliert und ist meist deutlich teurer.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.