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Schneelast: Dachschaden mit der Schneehöhe belegen

Redaktion WetterNachweis · Stand: 11. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Schäden durch Schneedruck verlangt die Gebäudeversicherung in der Regel einen Nachweis, dass am Schadentag eine erhebliche Schneehöhe auf dem Dach lag.
  • Belegen lässt sich das mit der amtlich gemessenen Schneehöhe (DWD-Tageswert) und der Zahl der Schneedeckentage der nächstgelegenen Station, sofern diese die Schneehöhe misst (die kostenlose Vorschau zeigt es vorab).
  • Der Wetternachweis dokumentiert diese Werte als PDF: Er belegt die Wetterlage, nicht die tatsächliche Dachlast oder die Schadenursache, und ist kein Sachverständigengutachten.

Warum die Versicherung nach der Schneehöhe fragt

Schäden durch Schneedruck - eingedrückte Dachflächen, verformte Sparren, ein eingestürzter Carport oder ein Vordach - werden in der Wohngebäudeversicherung üblicherweise über die erweiterte Elementardeckung abgesichert. Schneedruck zählt dort zu den benannten Naturgefahren, ähnlich wie Überschwemmung oder Erdrutsch. Ob dieser Baustein in Ihrem Vertrag enthalten ist, richtet sich nach Ihren Bedingungen; maßgeblich ist immer der konkrete Versicherungsschein.

Damit die Versicherung den Fall prüfen kann, möchte sie zunächst wissen, ob am Schadentag überhaupt eine außergewöhnliche Schneemenge vorlag. Genau hier setzt eine sachliche Wetterdokumentation an: Sie zeigt die amtlich gemessene Schneehöhe und den zeitlichen Verlauf der Schneedecke rund um Ihre Adresse. Weitere Hinweise, welche Unterlagen Versicherer bei Naturereignissen typischerweise erwarten, finden Sie auf unserer Seite für die Versicherungsbranche.

Was ein Wetternachweis leistet - und was nicht

Der Bericht ist eine Datendokumentation, kein Sachverständigengutachten und keine Rechtsberatung. Er belegt die Wetterlage an der nächstgelegenen DWD-Station, deren Name und Entfernung ausgewiesen werden - also die dort gemessene Schneehöhe und die Schneedeckentage -, aber nicht, wie hoch die tatsächliche Last auf Ihrem konkreten Dach war und ob genau diese Last den Schaden verursacht hat.

Die Bewertung, ob die Konstruktion überlastet wurde, bleibt Aufgabe eines Statikers oder Sachverständigen; die Frage, ob und in welcher Höhe die Versicherung leistet, entscheiden Versicherer, Gutachter und gegebenenfalls ein Gericht. Der Wetternachweis liefert dafür die objektive, amtliche Datengrundlage - nicht das Ergebnis der Prüfung.

Schneehöhe ist nicht gleich Schneelast

Ein wichtiger Punkt, der oft verwechselt wird: Die Schneehöhe wird in Zentimetern gemessen, die Schneelast dagegen in Kilonewton pro Quadratmeter (kN/m²). Zwischen beiden liegt die Dichte des Schnees. Frisch gefallener Pulverschnee wiegt deutlich weniger als der gleiche Zentimeterwert an altem, durchnässtem oder gefrorenem Schnee. Deshalb lässt sich aus der reinen Schneehöhe nicht ohne Weiteres auf die tatsächliche Last des Dachs schließen.

Der Wetternachweis dokumentiert die gemessene Schneehöhe in Zentimetern und den Verlauf der Schneedecke. Die Umrechnung in eine tatsächliche Dachlast und der Abgleich mit den zulässigen Werten nach den geltenden Schneelastnormen (Schneelastzonen) sind Sache eines Statikers oder Bausachverständigen. Die Wetterdaten sind dafür der belastbare Ausgangspunkt.

Stationsdaten und ihre Grenzen

Der Bericht stützt sich auf die nächstgelegene amtliche Messstation und nennt zu dieser transparent die Entfernung zu Ihrer Adresse und die Höhe über Normalnull. Das ist wichtig, weil die Schneelage kleinräumig und höhenabhängig stark schwanken kann:

  • Entfernung. Zwischen Station und Schadenort können lokale Unterschiede liegen, etwa durch Windverfrachtung oder Schneeverwehung an einzelnen Dachbereichen.
  • Höhe über NN. Schnee reagiert empfindlich auf die Höhenlage. Liegt Ihre Adresse deutlich höher als die Station, kann die tatsächliche Schneehöhe vor Ort größer gewesen sein als der Messwert. Der Bericht nennt die Höhe der Station über NN, sodass Sie den Unterschied zu Ihrer Adresse selbst einschätzen können (Faustwert der Temperaturabnahme: rund 0,65 Grad je 100 Höhenmeter); eine Umrechnung der Schneehöhe auf Ihre Höhenlage nimmt er nicht vor.
  • Dachform. Auf Flachdächern, in Kehlen und an Schneefanggittern sammelt sich Schnee anders als auf der freien Messfläche. Die Station gibt die regionale Schneelage wieder, nicht die punktuelle Höhe auf Ihrer Dachfläche.

Schneedeckentage, Tauwetter und die Rolle von Radar

Oft ist nicht ein einzelner Schneefall entscheidend, sondern das Zusammenwirken mehrerer Tage: Wenn Neuschnee auf eine bereits vorhandene Schneedecke fällt oder Regen auf Schnee auftrifft und der Schnee sich vollsaugt, steigt die Last spürbar an. Der Bericht bildet deshalb neben der maximalen Schneehöhe auch die Schneedeckentage ab, also wie lange und mit welchem Verlauf Schnee lag. Ging dem Schaden eine Frost- oder Glättephase voraus, ergänzt der Beitrag Glätte, Schnee und Frost nachweisen das Bild.

Ein häufiges Missverständnis betrifft das Radar: Die Radardaten zeigen den Niederschlag als flächenbezogene Schätzung für die 1-km-Rasterzelle Ihrer Adresse, sind aber nicht dafür geeignet, die Schneehöhe auf einem Dach abzubilden. Für die Schneelast sind die täglichen Stationswerte zur Schneehöhe der richtige Nachweis. Die Radar-Detailauswertung ist dann sinnvoll, wenn zusätzlich ein Starkregen- oder Tauwetterereignis dokumentiert werden soll - etwa Regen auf die Schneedecke.

So gehen Sie vor

  1. Schadentag und Zeitraum festlegen. Notieren Sie das Datum, an dem der Schaden auftrat, und wählen Sie den Zeitraum großzügig, damit auch der Schneeaufbau der Vortage erfasst wird.
  2. Wetternachweis erstellen. Geben Sie Adresse und Zeitraum ein. Für Schneedruck genügt in den meisten Fällen der Basis-Bericht mit Tageswerten, da die Schneehöhe ein Tageswert ist; er enthält Schneehöhe, Niederschlag, Temperatur und die maximale Windböe - jeweils sofern die Station die Größe misst; fehlt ein Wert, steht dort "k.A.".
  3. Der Schadenmeldung beilegen. Reichen Sie das PDF zusammen mit Fotos, der Schadenmeldung und - falls vorhanden - der statischen Bewertung bei Ihrer Versicherung ein.
  4. Fristen beachten. Melden Sie den Schaden zeitnah gemäß Ihren Vertragsbedingungen und sichern Sie beschädigte Bauteile, bevor Sie sie entfernen.

Kurz zusammengefasst

  • Schneedruck ist üblicherweise über die erweiterte Elementardeckung der Wohngebäudeversicherung abgesichert; entscheidend sind Ihre Vertragsbedingungen.
  • Der Wetternachweis belegt die amtlich gemessene Schneehöhe und die Schneedeckentage am Schadentag - die Wetterlage, nicht die tatsächliche Dachlast oder die Schadenursache.
  • Schneehöhe (cm) und Schneelast (kN/m²) sind nicht dasselbe; die Umrechnung übernimmt ein Statiker oder Sachverständiger.
  • Für die Schneemenge zählen die täglichen Stationswerte; Radar ist für die Schneehöhe nicht geeignet.

Häufige Fragen

Wie weise ich die Schneehöhe am Schadentag nach?

Über die amtlich gemessene Schneehöhe der nächstgelegenen DWD-Station. Der Wetternachweis stellt diesen Tageswert für Ihren Schadentag samt Verlauf der Vortage als PDF dar und nennt Entfernung und Höhe der Station, damit die Angaben nachvollziehbar und überprüfbar sind.

Beweist der Bericht, dass mein Dach durch Schneelast beschädigt wurde?

Nein. Der Bericht belegt die an der nächstgelegenen DWD-Station gemessene Schneehöhe - Name und Entfernung der Station stehen im Bericht -, nicht, dass genau diese Last den Schaden verursacht hat. Die Kausalität und die Frage, ob die zulässige Traglast überschritten wurde, bewertet ein Statiker oder Bausachverständiger; die Leistungsentscheidung trifft die Versicherung.

Welcher Bericht reicht für einen Schneedruck-Schaden - Basis oder Profi?

Für die reine Schneehöhe genügt meist der Basis-Bericht (19 Euro), da die Schneehöhe als Tageswert vorliegt. Der Profi-Bericht (49 Euro) lohnt sich, wenn zusätzlich ein Tauwetterereignis mit stündlichem Niederschlag, der stündliche Böenverlauf oder mehrere Vergleichsstationen dokumentiert werden sollen - voreingestellt ist bei diesem Zweck der Temperaturverlauf, Niederschlag und Windböen nehmen Sie ohne Aufpreis dazu, sofern die Station Stundenwerte liefert; die maximale Tagesböe und die Sturmböen-Kennzahlen enthält bereits der Basis-Bericht. Einen Überblick der Pakete finden Sie unter Preise.

Kann Radar die Schneemenge auf meinem Dach zeigen?

Nein. Die Radardaten dokumentieren den Niederschlag als flächenbezogene Schätzung für die 1-km-Rasterzelle Ihrer Adresse, geben aber nicht die auf einem Dach liegende Schneehöhe wieder. Für die Schneelast sind die täglichen Schneehöhen der Station der passende Nachweis; die Radar-Detailauswertung ist für begleitende Regen- oder Tauwetterereignisse gedacht.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung im Einzelfall; maßgeblich sind Ihre Vertragsbedingungen.