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Schnee, Frost und Eistage nachweisen (Streupflicht und Glätte)

Redaktion WetterNachweis · Stand: 11. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

Welche Temperatur-, Niederschlags- und Schneelage am fraglichen Tag herrschte, belegen amtliche DWD-Tageswerte: Frost- und Eistage, Tiefsttemperatur, Schneehöhe und Niederschlag (jeweils sofern die Station die Messreihe führt), dazu der Bodenfrost (in allen Paketen und nur, wenn die Station ihn misst). Glätte selbst messen die DWD-Stationen nicht; belegt werden die Werte, aus denen sich Glättegefahr ergibt. Der Wetternachweis dokumentiert diese Wetterlage neutral - für Gestürzte ebenso wie für Eigentümer, Hausverwaltungen und Winterdienste. Er belegt die Witterung, nicht den Zustand des einzelnen Gehwegs.

Schnee, Frost und Eistage nachweisen: die Wetterlage für Streupflicht und Räumpflicht belegen

Ob nach einem Sturz auf Glatteis, bei einer Diskussion um die Streupflicht oder die Räum- und Verkehrssicherungspflicht: Entscheidend ist oft, welche Witterung an einem bestimmten Tag am fraglichen Ort tatsächlich herrschte. Der Wetternachweis dokumentiert diese Wetterlage objektiv aus amtlichen DWD-Messwerten - als neutrale Grundlage für Grundstückseigentümer, Hausverwaltungen, Kommunen, Winterdienste und die Gegenseite.

Was der Bericht bei Winterwetter belegt

  • Frost- und Eistage - jeder Tag mit einer Tiefsttemperatur unter 0 Grad (Frosttag) bzw. einer Höchsttemperatur unter 0 Grad (Eistag) ist ausgewiesen.
  • Tiefst- und Höchsttemperatur des Tages - die Grundlage, um die Bedingungen für Glättebildung einzuordnen. Im Profi-Bericht kommen an Einstufungstagen sowie an Sturm- und Starkregen-Ereignistagen (jeweils im gewählten Element) die Froststunden als eigenen Stundenverlauf hinzu: die Anzahl der Stunden unter 0 Grad an diesem Tag, sofern die Station Stundenwerte liefert (bei der Stationsauswahl angegeben); die komplette Stunde-für-Stunde-Reihe aller gemessenen Stunden des Zeitraums liegt zusätzlich der CSV-Datei bei.
  • Schneedecke und Neuschnee - die morgendliche Schneehöhe (DWD-Tageswert, sofern die Station eine Schneereihe führt) dokumentiert eine vorhandene Schneedecke; ein Anstieg gegenüber dem Vortag weist auf Neuschnee hin.
  • Niederschlag am fraglichen Tag - die gemessene Menge; ob er als Regen oder Schnee fiel, lässt sich über Temperatur und Schneehöhe einordnen (die amtliche Niederschlagsform steht als Formschlüssel in der CSV-Datei des Profi-Berichts, sofern die Station sie meldet).
  • Benannte DWD-Station mit Entfernung - für die transparente Einordnung der Aussagekraft.

Wo die Grenzen liegen

Der Bericht dokumentiert die Wetterlage, nicht den konkreten Straßen- oder Gehwegzustand an einer Adresse: Ob genau an der Unfallstelle Glätte herrschte, hängt von örtlichen Faktoren ab (Schatten, Gefälle, Räumung) und ist eine Bewertung des Einzelfalls. Frost und Glättegefahr sind kleinräumig - der Bericht nennt die Station und ihre Entfernung, damit die Aussagekraft transparent bleibt. Für die statische Schneelast auf einem Dach ist ein Statiker zuständig; der Bericht liefert dafür die Schneehöhe als Dokumentation, keine Traglastbewertung.

So gehen Sie vor

  1. Tag, Ort und - bei einem Sturz - Fotos und Zeugen festhalten.
  2. Wetternachweis erstellen für den Standort und den fraglichen Tag (oder einen kurzen Zeitraum darum herum).
  3. Der Schadenmeldung, Anzeige oder Stellungnahme beilegen - als objektiver Beleg der Frost-, Schnee- und Temperaturlage.

Häufige Fragen

Beweist der Wetternachweis eine Verletzung der Streupflicht?

Nein. Er belegt die Wetterlage (Frost, Schnee, Niederschlag, Temperaturen) am fraglichen Tag aus amtlichen Messwerten. Ob an der konkreten Stelle Glätte herrschte und ob gestreut werden musste, ist eine Bewertung des Einzelfalls - dafür ist der Bericht die neutrale Tatsachengrundlage, auf beiden Seiten.

Welche Werte zeigen, dass Glätte möglich war?

Die Kombination aus Tiefsttemperatur (Frosttag unter 0 °C), Bodenfrost in 5 cm Höhe, Schneehöhe und dem Niederschlag des Tages. Fällt Niederschlag bei Temperaturen um oder unter 0 °C, spricht das für Glättebildung; der Profi-Bericht zeigt den stündlichen Temperaturverlauf an Einstufungstagen sowie an Sturm- und Starkregen-Ereignistagen (diese beiden jeweils im gewählten Element), sofern die Station Stundenwerte liefert; die komplette Stundenreihe aller gemessenen Tage liegt der CSV-Datei bei.

Was, wenn kein Schnee lag, es aber trotzdem glatt war?

Glatteis entsteht auch ohne Schneedecke - etwa durch gefrierenden Regen oder überfrierende Nässe. Genau dafür sind Bodenfrost (Minimum in 5 cm Höhe unter 0 °C - auch dann, wenn die 2-m-Temperatur über 0 °C bleibt) und die Kombination aus Niederschlag und Frost die relevanten amtlichen Kennwerte.

Für wen ist der Nachweis gedacht?

Für beide Seiten: Wer gestürzt ist, dokumentiert die Glättelage; wer räum- und streupflichtig ist, dokumentiert etwa, dass die Station keinen Frost oder Schneefall verzeichnete - oder dass ein plötzlicher Wetterumschwung eintrat. Für gewerbliche Winterdienste gibt es den Beitrag Winterdienst-Einsätze dokumentieren.

Kurz zusammengefasst

  • Der Bericht belegt Frost, Eis, Schneedecke, Neuschnee und Tiefsttemperatur am fraglichen Tag aus amtlichen DWD-Daten, jeweils sofern die Station die Messreihe führt.
  • Er dokumentiert die Wetterlage, nicht den konkreten Belag an der Unfallstelle - das bleibt eine Bewertung des Einzelfalls.
  • Er ist eine Datendokumentation, kein Sachverständigengutachten und keine Rechtsberatung.

Den Nachweis für Ihren Tag erstellen Sie hier. Mehr zur Temperatur im Detail: Frost nachweisen - wann und wie lange es fror.


Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung im Einzelfall; maßgeblich sind Ihre Vertragsbedingungen.