Was kostet ein Wettergutachten? Die Optionen im Überblick
Redaktion WetterNachweis · Stand: 4. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
Ein Wettergutachten kostet keinen Pauschalpreis: DWD wie private Sachverständige rechnen nach Aufwand ab - in der Regel mehrere Hundert Euro und mehrere Werktage. Wer für Behinderungsanzeige oder Schadenmeldung vor allem die belegten Wetterdaten braucht, kommt oft mit einer strukturierten Datendokumentation auf Basis derselben amtlichen DWD-Daten aus: 19 € (Basis) oder 49 € (Profi), als PDF - ausdrücklich kein Gutachten.
Drei Wege, Wetter zu belegen
1. Sachverständigengutachten beim DWD
Der DWD - eine Anstalt des öffentlichen Rechts des Bundes - erstellt Wettergutachten und -auskünfte. Die Kosten richten sich nach dem Aufwand und nach der jeweils aktuellen DWD-Preisliste; für eine konkrete Anfrage wenden Sie sich an die regionalen Klimabüros des DWD (DWD - Der Deutsche Wetterdienst als Gutachter). Ein solches Gutachten ist die richtige Wahl, wenn eine fachliche, von amtlicher Stelle erstellte Bewertung verlangt wird.
2. Privater meteorologischer Sachverständiger
Daneben bieten private Meteorologinnen und Meteorologen sowie Sachverständigenbüros Wettergutachten an. Die Preise sind individuell und hängen vom Aufwand ab; sie liegen in der Regel deutlich über denen einer reinen Datendokumentation. Ein solches, von einer Fachperson erstelltes und unterschriebenes Gutachten ist sinnvoll, wenn eine gutachterliche Bewertung oder eine für ein Gerichtsverfahren aufbereitete Expertise verlangt wird.
3. Datendokumentation auf Basis amtlicher DWD-Daten
Die dritte Möglichkeit ist eine strukturierte Dokumentation der amtlichen DWD-Messwerte für einen Standort und Zeitraum - ohne gutachterliche Bewertung, dafür zu einem festen Preis als PDF. Genau das ist WetterNachweis: 19 Euro (Basis) oder 49 Euro (Profi), einmalig, inklusive Mehrwertsteuer. Der Bericht zeigt die Tageswerte, die Schlechtwettertage-Einstufung (amtlich oder als eigene, gekennzeichnete Berechnung nach den amtlichen Kriterien) und - sofern die Station das jeweilige Mittel führt - die Abweichung vom langjährigen Mittel 1991-2020; andernfalls die Monatswerte ohne Vergleichsspalten. Wie das im Detail funktioniert, steht auf der Seite Methodik.
Die Optionen im Vergleich
| Sachverständigengutachten (DWD oder privat) | Datendokumentation (WetterNachweis) | |
|---|---|---|
| Typische Kosten | nach Aufwand; in der Regel mehrere Hundert Euro | 19 Euro (Basis) / 49 Euro (Profi), inkl. MwSt.; optional +20 Euro Radar-Detailauswertung |
| Dauer | oft mehrere Werktage | sofort; meist unter einer Minute, sehr umfangreiche Berichte und Radar-Archivtage brauchen einige Minuten |
| Inhalt | fachliche, gutachterliche Bewertung durch Meteorologinnen und Meteorologen | aufbereitete amtliche DWD-Messwerte für Standort und Zeitraum |
| Geeignet für | geforderte fachliche Bewertung, für ein Gerichtsverfahren aufbereitete Expertise | Behinderungsanzeige, Schadenmeldung, Ausfallnachweis - als Datenanlage |
| Form | schriftliches, unterschriebenes Gutachten | PDF mit Quellenangaben, Schlechtwettertage-Einstufung, Normalwert-Vergleich (sofern die Station die Mittel führt) und Echtheitsprüfung |
Die Kosten von Gutachten richten sich nach dem jeweiligen Anbieter und Einzelfall; maßgeblich ist dessen aktuelle Angabe.
Welche Option brauchen Sie?
Das hängt vom Zweck ab:
- Für eine Behinderungsanzeige nach VOB/B, eine Schadenmeldung bei der Versicherung oder einen Ausfallnachweis genügt in vielen Fällen eine nachvollziehbare Dokumentation der amtlichen Wetterdaten als Anlage. Sie dokumentiert die amtlich gemessenen Werte der nächstgelegenen Station - mit Angabe der Station und ihrer Entfernung.
- Wird dagegen eine fachliche Bewertung verlangt - etwa eine Einordnung, ob eine Witterung außergewöhnlich war, oder eine für ein Gerichtsverfahren aufbereitete Expertise - führt der Weg zu einem Sachverständigengutachten (DWD oder privat).
Eine Datendokumentation und ein Sachverständigengutachten haben also unterschiedliche Zwecke. Die Datendokumentation ist kein günstigerer Ersatz für ein Gutachten, sondern eine eigene, schlankere Leistung: aufbereitete Daten statt gutachterlicher Bewertung.
Warum die Daten dieselben sind
Alle drei Wege stützen sich in der Regel maßgeblich auf dieselbe Quelle: die amtlichen Messreihen des DWD, die als Open Data frei verfügbar sind; ein Gutachter kann zusätzliche Quellen heranziehen. Der Unterschied liegt in der Aufbereitung und in der fachlichen Bewertung. Wer die Daten selbst zusammenstellt, zahlt nichts, hat aber den Aufwand; wer eine belastbare, unmittelbar nutzbare Aufbereitung möchte, findet sie in einer Datendokumentation; wer eine gutachterliche Bewertung braucht, beauftragt ein Gutachten.
Häufige Fragen
Was kostet ein Wettergutachten?
Es gibt keinen Festpreis: Sowohl der DWD als auch private Sachverständige rechnen nach Aufwand ab. Ein individuelles meteorologisches Wettergutachten kostet in der Regel mehrere Hundert Euro und dauert oft mehrere Werktage; maßgeblich ist die jeweils aktuelle Angabe des Anbieters.
Warum ist eine Datendokumentation günstiger als ein Gutachten?
Weil sie keine gutachterliche Bewertung enthält. Sie bereitet die amtlichen DWD-Messwerte für Standort und Zeitraum strukturiert auf - das lässt sich automatisiert und damit zum Festpreis erstellen. Die fachliche Einzelfall-Bewertung eines Sachverständigen bleibt eine eigene, aufwandsabhängige Leistung.
Reicht der Versicherung eine Datendokumentation oder braucht es ein Gutachten?
Das hängt vom Einzelfall ab: Für viele Schadenmeldungen genügt eine nachvollziehbare Dokumentation der amtlichen Wetterdaten als Anlage. Verlangt der Versicherer oder ein Gericht ausdrücklich eine gutachterliche Bewertung, führt der Weg zum Sachverständigengutachten.
Ist ein Wetternachweis vor Gericht verwendbar?
Wetterdaten können als Beweismittel dienen; über ihren Beweiswert entscheidet das Gericht im Einzelfall. Was ein Wetternachweis dabei leisten kann und wo seine Grenzen liegen, erklärt der Beitrag Wetterdaten vor Gericht.
Fazit
Ein Wettergutachten wird sowohl beim DWD als auch bei privaten Sachverständigen nach Aufwand abgerechnet; der Preis hängt vom Einzelfall ab und liegt in der Regel deutlich über dem einer Datendokumentation. Für viele praktische Fälle - Behinderungsanzeige, Schadenmeldung, Ausfallnachweis - reicht jedoch eine Datendokumentation auf Basis amtlicher DWD-Daten als Anlage, die weniger kostet und deutlich schneller vorliegt. Entscheidend ist, ob Sie belegte Daten oder eine gutachterliche Bewertung benötigen. Mehr zum Unterschied im Beitrag Wettergutachten oder Wetternachweis.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Die Kosten von Gutachten Dritter richten sich nach dem jeweiligen Anbieter; maßgeblich ist dessen aktuelle Angabe.