Lokalen Starkregen mit 1-km-Radarschätzung für die Rasterzelle der Adresse nachweisen
Redaktion WetterNachweis · Stand: 6. August 2026
Das Wichtigste in Kürze
Wenn die nächste DWD-Station die Gewitterzelle verfehlt hat, ist ihr niedriger Wert kein Gegenbeweis - Starkregen ist kleinräumig. Die Radar-Detailauswertung (+20 €) dokumentiert den Niederschlag stattdessen anhand der amtlichen 1-km-Radardaten (RADOLAN) für die Rasterzelle Ihrer Adresse: stündlicher Verlauf, Radarbild und - sofern für den Tag stündliche Stationswerte vorliegen - der Stationsvergleich, zurück bis Juni 2005. Es ist eine an Bodenstationen angeeichte Flächenschätzung, keine Punktmessung.
Wenn die Station die Zelle verfehlt hat
Starkregen ist kleinräumig. Eine einzelne Gewitterzelle kann über Ihrem Grundstück 50 mm abladen, während die 8 km entfernte DWD-Station am selben Tag nur 12 mm misst. Für einen Elementar- oder Starkregenschaden ist das die typische Schwierigkeit: Der Schaden ist real, aber die nächstgelegene Station zeigt einen unauffälligen Wert, weil die Zelle sie schlicht nicht getroffen hat.
Genau hier setzt die Radar-Detailauswertung an. Statt allein auf die Punktmessung einer entfernten Station zu schauen, wertet sie die amtlichen 1-km-Radar-Niederschlagsdaten des DWD (RADOLAN) für die Rasterzelle aus, in der Ihr Grundstück tatsächlich liegt.
Was die Radar-Detailauswertung für die Rasterzelle Ihrer Adresse zeigt
Die Auswertung ist eine kostenpflichtige Zusatzoption zu Basis und Profi (+20 € Aufpreis; Basis+Radar 39 €, Profi+Radar 69 €). Für bis zu 3 selbst gewählte Radar-Detailtage (im Profi-Bericht bis zu 5) dokumentiert sie:
- den stündlichen Niederschlagsverlauf in der 1-km-Rasterzelle Ihrer Adresse (mm pro Stunde),
- den Vergleich mit der nächstgelegenen DWD-Station (sofern diese für den Tag Stundenwerte liefert) - deren Entfernung ausgewiesen wird, sodass sichtbar wird, wie weit die Station vom eigentlichen Geschehen entfernt lag,
- ein Radarbild des Niederschlagsfelds rund um die Adresse: Norden oben, jede Rasterzelle steht für 1 km, ein roter Ring markiert die Adresse, ein Quadrat die Vergleichsstation (sofern sie im Ausschnitt liegt); die Farbskala gibt die Menge in mm pro Stunde an.
Die Radarbilder können Sie nach dem Kauf zusätzlich als Bilddateien in einem ZIP-Paket herunterladen - praktisch, um sie einer Schadenmeldung oder Ihrem Anwalt beizulegen.
Verfügbarkeit: zurück bis Juni 2005
Unsere automatisierte Radar-Auswertung deckt den gesamten Zeitraum ab, für den der DWD seine stündlichen Radar-Niederschlagsdaten (RADOLAN RW) veröffentlicht: ab Juni 2005 bis vorgestern. Tage der letzten rund 18 Monate stammen aus den einzeln abrufbaren Stundendateien des DWD, ältere Tage aus dessen Monatsarchiven - dieselbe amtliche Datengrundlage, nur anders ausgeliefert. Für Archivtage dauert die Erstellung des Berichts einige Minuten länger, weil dafür das jeweilige Monatspaket beim DWD abgerufen und der gewählte Tag daraus entpackt wird. Der jüngste Jahrgang kann kurzzeitig nicht abrufbar sein, solange der DWD ihn in sein Archiv überführt; ist ein gewählter Tag nicht abrufbar, kommt dafür kein Kauf zustande.
Ehrlich eingeordnet: was das Radar kann und was nicht
Das Radar misst nicht direkt am Boden. Es ist aber an mehr als tausend Bodenstationen angeeicht (operationelles DWD-Produkt RADOLAN RW) und liefert die beste verfügbare flächige 1-km-Schätzung für die Zelle, in der Ihre Adresse liegt. Zwei Punkte gehören zur ehrlichen Einordnung:
- Es ist ein Flächenwert für die 1-km-Zelle, keine Punktmessung genau an Ihrem Grundstück. Kurze, sehr lokale Regenspitzen können im Stundenwert unterschätzt werden.
- Die Auswertung dokumentiert den Niederschlag. Ob ein versichertes Ereignis - etwa eine Überschwemmung auf dem Grundstück - vorlag, hängt vom Einzelfall ab; ergänzende Nachweise wie Fotos, Rechnungen und Meldungen der Kommune sind sinnvoll.
Der Bericht bleibt damit eine Datendokumentation, kein Sachverständigengutachten und keine Rechtsberatung. Und er passt nicht zu jedem Schaden: Für Hagel ist Radar nicht geeignet (es misst den Niederschlag, nicht den Hagelschlag), und bei Wind- oder Sturmschäden bleibt die nächstgelegene Station der übliche Bezugspunkt.
So stützen Sie einen Starkregenschaden gegenüber der Versicherung
- Schadentag und Adresse festhalten - möglichst mit Uhrzeit und Fotos.
- Bericht mit Radar-Detailauswertung erstellen für den oder die Radar-Detailtage an Ihrem Standort - wählbar ist jeder Tag des Zeitraums, eine Einstufung ist dafür nicht nötig.
- Der Schadenmeldung beilegen: die Adress-Zeitreihe, das Radarbild und - falls vorhanden - Fotos, Rechnungen und Meldungen der Kommune zur Kanalüberlastung.
- Fristen und Meldepflichten Ihres Vertrags einhalten.
Der besondere Wert liegt im Fall "distanzierte Station, getroffenes Grundstück": Zeigt die Station wenig, obwohl bei Ihnen viel fiel, ist das kein Gegenbeweis, sondern nur die örtliche Streuung - und genau diese Streuung macht die Radar-Detailauswertung für die Rasterzelle Ihrer Adresse sichtbar.
Häufige Fragen
Die Station zeigt wenig, bei mir fiel viel - widerlegt das meinen Schaden?
Nein. Eine Gewitterzelle kann Ihr Grundstück treffen und die 8 km entfernte Station verfehlen; der Stationswert dokumentiert dann nur die örtliche Streuung. Genau diesen Unterschied macht die Radar-Detailauswertung sichtbar: Sie weist den 1-km-Radarwert für die Rasterzelle Ihrer Adresse aus und stellt ihn, sofern für den Tag stündliche Stationswerte vorliegen, dem Stationswert gegenüber.
Wie weit reicht die Radar-Auswertung zurück?
Bis Juni 2005, dem Beginn des DWD-Radararchivs. Jüngere Tage kommen aus den einzeln abrufbaren Stundendateien des DWD, ältere aus dessen Monatsarchiven; für Archivtage dauert die Erstellung einige Minuten länger. Ist ein gewählter Tag beim DWD nicht abrufbar, kommt dafür kein Kauf zustande.
Ist der Radarwert eine Messung an meinem Grundstück?
Es ist eine amtliche Schätzung für die 1-km-Rasterzelle, in der Ihre Adresse liegt - an mehr als tausend Bodenstationen angeeicht, aber keine Punktmessung. Kurze, sehr lokale Spitzen können im Stundenwert unterschätzt werden; der Bericht benennt das offen.
Eignet sich die Radar-Auswertung auch für Hagel oder Sturm?
Nein. Sie wertet den Niederschlag aus; Hagelkorngrößen misst sie nicht (siehe Hagelschaden nachweisen), und für Wind- und Sturmschäden bleibt die nächstgelegene Station der übliche Bezugspunkt.
Kurz zusammengefasst
- Die 1-km-Radardaten (RADOLAN) dokumentieren den Niederschlag für die Zelle, in der Ihre Adresse liegt - auch dann, wenn die nächste Station die Zelle verfehlt hat.
- Sie erhalten je Radar-Detailtag die stündliche Adress-Zeitreihe, ein herunterladbares Radarbild und - sofern für den Tag stündliche Stationswerte vorliegen - den Stationsvergleich; wählbar sind Tage von Juni 2005 bis vorgestern, unabhängig von einer Einstufung.
- Es ist eine flächenbezogene Schätzung, keine Punktmessung; kurze Spitzen können unterschätzt werden.
- Der Bericht belegt den Regen, nicht den Schaden selbst - er ist eine Datendokumentation, kein Gutachten. Für Hagel und Sturm ist er nicht der richtige Nachweis.
Verwandter Beitrag zur Tagessumme und zur stündlichen Intensität: Starkregen nachweisen - Niederschlagsmenge am Schadentag belegen. Mehr zu den Paketen und den Kombinationen mit Radar auf der Preisseite. Den Nachweis für Ihren Schadentag erstellen Sie hier - die Radar-Detailauswertung wählen Sie im Bericht-Assistenten dazu.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung im Einzelfall; maßgeblich sind Ihre Vertragsbedingungen.